Die BVG transportiert täglich tausende Fahrgäste durch Berlin. Neben U-Bahnen, Bussen und Fähren gehören auch Straßenbahnen zum Angebot des Verkehrsdienstleisters. Die Trams wurden 1967 im Westen der Hauptstadt abgeschafft, feiern aber auch dort ihre Rückkehr – wie etwa mit der Verlängerung der Linie M10 zur Turmstraße.
Seitdem gibt es immer wieder Forderungen, auch anderswo die Strecken auszubauen. Doch jetzt kommen die von ungewöhnlicher Seite. Denn viele Autofahrer empfinden Straßenbahnen als störende Konkurrenz – doch ausgerechnet der Lobbyverband ADAC setzt sich jetzt für die Tram ein.
BVG: Das steckt hinter den Forderungen
Anlass für die ungewöhnlichen Töne ist eine aktuelle Staustudie. Wie die „Berliner Zeitung“ berichtet, verlören Autofahrer demnach im Schnitt 55 Stunden pro Jahr durch Verzögerungen im Verkehr. Für den ADAC sei das ein ernüchterndes, aber keineswegs überraschendes Ergebnis. Eine Lösung könnte im Netz der BVG liegen.
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Man fordere nun nämlich die „Errichtung neuer und die Ausweitung bestehender Straßenbahnlinien und die Erweiterung der U-Bahn“, erklärte eine Sprecherin des Verbandes auf Anfrage des Blattes. Mit mehr BVG-Trams könnte sich die Lage auf Berlins Straßen entspannen.
Zahl der Autos steigt von Jahr zu Jahr
„Der öffentliche Nahverkehr scheitert in den Spitzenzeiten an den zu niedrigen Kapazitäten und unzureichenden Taktzeiten“, kritisiert der Verband die Zuverlässigkeit von BVG und S-Bahn. Jedes Jahr steigt die Zahl der angemeldeten Autos in der Hauptstadt, auch wenn der Zuwachs seit 2022 weniger stark ist. Es gelinge nicht, die Abhängigkeit der Menschen vom eigenen Auto zu reduzieren.
Gleichzeitig wird es immer voller auf Berlins Straßen – sodass nun selbst der Lobbyverband mehr Geld für den Ausbau des BVG-Netzes fordert. „Das Park-and-ride-Angebot im Speckgürtel und an strategisch wichtigen Punkten in Brandenburg ist nicht genügend ausgebaut“, kritisiert die Sprecherin, dass zu wenig Anreize geschaffen würden, das Auto öfter stehen zu lassen.